Wenn Unternehmen auf der Suche nach einem geeigneten und gunstigen Versicherungsschutz sind, gibt es in der Praxis vornehmlich zwei unterschiedliche Partner: der Versicherungsvertreter und der Versicherungsmakler. Beide unterscheiden sich in ihrer Eigenart und somit in ihrer Eignung als Unterstützer für suchende Unternehmer.
Worin bestehen die Unterschiede zwischen den beiden Versicherungsexperten? Antworten auf diese Frage liefert Ihnen der nachfolgende Blogbeitrag: Das versichere ich Ihnen!
Wie tritt ein Versicherungsvertreter auf?
Versicherungsvertreter sind gewerblich tätige Personen oder Unternehmen, die von einem Versicherer beauftragt werden, Versicherungsverträge zu vermitteln und abzuschliessen. Dabei verpflichtet sie ein Vertragswerk, ausschliesslich Versicherungspolicen des jeweiligen Versicherers an interessierte Privatpersonen oder Unternehmen zu vermitteln.
Die Vertreter haben eine enge Bindung zum Versicherer und stehen in der Praxis mehr auf dessen Seite als auf der Seite eines Versicherungsnehmers. Oft sind sie mit einer Empfangsvollmacht ausgestattet, um direkt Erklärungen für die Versicherungsgesellschaft abzugeben.
Je nach Auftritt und Vertragsgestaltung mit den Versicherern können Vertreter in verschiedene Unterformen unterteilt werden:
- Ausschliesslichkeitsvertreter,
- Mehrfachvertreter,
- Gelegenheitsvertreter und
- Vertriebsangestellte des Versicherers.
Ausschliesslichkeitsvertreter vertreten ausschliesslich
Ausschliesslichkeitsvertreter arbeiten ausschliesslich für einen Versicherer und sind oft durch ein vertragliches Wettbewerbsverbot eng an diesen gebunden. Sie bieten daher Versicherungslosungen ihres Vertragspartners an, ohne dies begründen zu müssen. Typische Ausschliesslichkeitsvertreter sind für Grossunternehmen wie Allianz, Gothaer oder Nürnberger Versicherung tätig.
Mehrere Versicherungen – der Mehrfachvertreter
Mehrfachvertreter vermitteln – wie der Name schon sagt – Verträge für mehrere Versicherungen und sind daher nicht oder nur teilweise durch ein vertragliches Wettbewerbsverbot beschrankt. Sie können sogar für konkurrierende Versicherungsgesellschaften tätig sein, müssen jedoch aufgrund ihrer Bindung ihren Kunden nicht offenlegen, dass sie Produkte verschiedener Versicherungen anbieten.
Nur gelegentlich: Gelegenheitsvertreter
Gelegenheitsvertreter sind nur gelegentlich mit der Vermittlung von Versicherungsverträgen beschäftigt und sind im Wesentlichen wie Ausschliesslichkeitsvertreter zu betrachten, abgesehen von ihrer unregelmäßigen Tätigkeit.
Versicherungsangestellter: Vertriebsmitarbeiter sind keine Vertreter
Vertriebsangestellte eines Versicherers sind keine Versicherungsvertreter im eigentlichen Sinne, sondern abhängig Beschäftigte. In Bezug auf Vertragsabschlusse und Haftung sind sie jedoch den Versicherungsvertretern gleichgestellt.
Wie hilft ein Makler einem Unternehmen?
Im Gegensatz zum Versicherungsvertreter handelt der Versicherungsmakler nicht im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft, sondern im Interesse seines Kunden, des Versicherungsnehmers. Der Makler vermittelt und schliesst demnach Versicherungsverträge zum Vorteil seines Mandanten ab.
Nach der Definition ist der Versicherungsmakler ein treuhänderischer Sachverwalter des Versicherungsnehmers, der dazu verpflichtet ist, die Interessen seines Mandanten bestmöglich zu vertreten”.
Der entscheidende Unterschied zum Vertreter liegt darin, dass der Makler unabhaengig von den Versicherungsgesellschaften agiert. Während der Versicherungsvertreter nur die Produkte der Gesellschaften vertreibt, die er vertraglich vertreten darf, bearbeitet der unabhängige Versicherungsmakler den gesamten Markt, um das optimale Angebot für seinen Kunden zu finden.
Die Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Makler und Mandanten bildet ein Maklervertrag, der alle relevanten Aspekte der Geschäftsbeziehung festlegt. Die Versicherungsgesellschaften spielen dabei keine direkte Rolle. Die Verantwortlichkeiten des Maklers umfassen nicht nur die Vermittlung von passenden Versicherungsverträgen, sondern auch die fortlaufende Betreuung durch Verwaltung, Schadensregulierung und Beratung im Hinblick auf das gesamte Versicherungspaket.
Da der Makler ungebunden und neutral ist, muss er seinem Mandanten gegenüber erklären, warum er sich für das Angebot eines bestimmten Versicherungsunternehmens entschieden hat. Dies gilt nicht für den Versicherungsvertreter, da er von Natur aus auf einen Versicherer ausgerichtet ist.
Angebote von Direktversicherungen, die keine Vermittlungsprovisionen (Courtagen) erstatten, müssen vom Makler nicht berücksichtigt werden, ohne dass er dies begründen muss. Personen, die von den gunstigen Prämien der Direktversicherungen profitieren möchten, müssen sich direkt an diese Anbieter wenden, ohne einen Vermittler einzuschalten.
Ein weiterer bedeutender Unterschied zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsvertreter betrifft die Haftung. Da der Makler direkt mit dem Versicherungsnehmer in Verbindung steht, haftet er persönlich für sein eigenes Fehlverhalten und das seiner Mitarbeiter. Natürlich muss nachgewiesen werden, dass der Versicherungsmakler seine Pflichten verletzt hat. Ist der Makler nicht für die Pflichtverletzung verantwortlich, liegt die Beweislast – wie im Rechtssystem üblich – bei der anderen Partei.
Unterscheidung Versicherungsvertreter – Versicherungsmakler
Die Unterscheidung zwischen Makler und Vertreter gestaltet sich in der Praxis oft als nicht ganz einfach, insbesondere aufgrund der Vielzahl von Sonderformen in der Gestaltung. Diese Differenzierung ist jedoch wichtig, insbesondere wenn rechtliche Fragen zur Zurechnung auftreten.
Zum Beispiel kann es in der Praxis wichtig sein, zu klaren, ob Handlungen eines Dritten juristisch unmittelbar einer Versicherungsgesellschaft zuzurechnen sind. Dies ist im Regelfall bei Versicherungsvertretern der Fall, ublicherweise jedoch nicht bei Versicherungsmaklern.
Auch die Frage nach dem Abschluss eines Versicherungsvertrags kann für die Unterscheidung von Bedeutung sein. Während der Vertreter direkt im Namen der Versicherungsgesellschaft verhandelt und den Vertrag abschliesst, leitet der Makler lediglich Angebote und Erklärungen weiter. Ein unabhängiger Makler handelt im Auftrag seines Mandanten, ublicherweise jedoch nicht im Namen der Versicherungsgesellschaft.
Während Fälle personlicher Haftung gegenüber einem Versicherungsnehmer bei einem Versicherungsvertreter selten sind, treten Haftungsansprüche gegenüber Versicherungsmaklern aufgrund des direkten Vertragsverhältnisses mit ihrem Mandanten häufiger auf. Daher ist auch die Unterscheidung hier von praktischer und juristischer Bedeutung.
Wer ist der bessere Partner für Unternehmen?
Nachdem die Feinheiten und Bedeutung der Unterscheidung zwischen Versicherungsvertretern und Versicherungsmaklern erläutert wurden, stellt sich abschliessend die Frage:
Wer ist der ideale Partner für Unternehmer in der komplexen und vielschichtigen Welt der Versicherungen? Ein entscheidender Vorteil für Makler ist ihre Unabhängigkeit und ihre Bindung an den Kunden. Auch ihre in der Regel umfassenderen Beratungs- und Betreuungspflichten sprechen für sie.
Sowohl Versicherungsvertreter als auch Makler unterstützen Versicherungsnehmer bei der Schadensabwicklung. Jedoch kann die Abhängigkeit des Vertreters von der Versicherungsgesellschaft in bestimmten Fällen zu weniger vorteilhaften Ergebnissen für Kunden führen. Makler sind unabhängig von den Versicherungen und können daher möglicherweise härter gegen die Versicherungsgesellschaft vorgehen. Auch bei Haftungsanspruchen ist der Versicherungsnehmer beim Makler im Vergleich zu einem Versicherungsvertreter bessergestellt. Ein Maklervertrag bietet klarere Anspruchsgrundlagen als die lose Beziehung zu einem vermittelnden Versicherungsvertreter.
Wie bei jedem komplexen Bereich, der einem externen Berater anvertraut wird, kann auch die Leistung eines Versicherungsmaklers variieren. Ihre Ergebnisse hängen nicht nur von ihrem persönlichen Engagement, sondern auch von ihrer Expertise, Branchen- und Marktkenntnis sowie Verhandlungskompetenz ab.
Vertreter können bei Fragen immer auf ein breites Expertennetzwerk innerhalb ihrer (Gross-)Versicherung zurückgreifen. Ein unabhängiger Makler ist oft auf sich und sein persönliches Netzwerk angewiesen. Ist das unzureichend, wird auch das Ergebnis für seine Mandanten nicht gut sein.
Wie bei vielen Entscheidungen müssen Unternehmer letztendlich ihre eigenen Schlüsse ziehen und ihre individuellen Umstände und Erfahrungen berücksichtigen.
Zusammenfassung
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Wahl zwischen einem Versicherungsvertreter und einem Versicherungsmakler für Unternehmen von Bedeutung ist. Während Vertreter eine enge Bindung zum Versicherer haben und in der Regel auf dessen Seite stehen, bieten Versicherungsmakler eine unabhängige Beratung und Betreuung, die oft umfassender ist.
Makler sind in der Lage, härter für die Interessen ihrer Kunden zu kämpfen und bieten klarere Anspruchsgrundlagen, insbesondere bei Haftungsanspruchen. Die Entscheidung sollte daher sorgfältig abgewogen werden, wobei individuelle Umstände und Bedürfnisse eine wichtige Rolle spielen.
Haufige Fragen (FAQ)
Was ist ein Versicherungsvertreter?
Versicherungsvertreter sind gewerblich tätige Personen oder Unternehmen, die von einem Versicherer beauftragt werden, Versicherungsverträge zu vermitteln und abzuschliessen. Sie haben eine enge Bindung zum Versicherer und vertreten in der Regel dessen Interessen.
Wie hilft ein Versicherungsmakler einem Unternehmen?
Ein Versicherungsmakler handelt im Interesse seines Kunden, des Versicherungsnehmers, und vermittelt und schliesst Versicherungsverträge zum Vorteil seines Mandanten ab.
Was ist der Unterschied zwischen einem Versicherungsvertreter und einem Versicherungsmakler?
Der Hauptunterschied zwischen einem Versicherungsvertreter und einem Versicherungsmakler besteht darin, dass der Versicherungsvertreter im Auftrag einer Versicherungsgesellschaft handelt, während der Versicherungsmakler im Interesse seines Kunden agiert und unabhaengig von den Versicherungsgesellschaften ist.
